Münchner Zentrum für antike Welten
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Vorderasiatische Archäologie

Die Ikonographie der altorientalischen Wettergottheiten

Förderungsbeginn: Novemer 2015

Poster

Naturereignisse wie Sturm, Blitz, Donner, Regen und Hagel können vom Menschen weder beeinflusst, noch kontrolliert werden. Die positiven und negativen Effekte dieser respekteinflößenden Naturgewalten hatten somit im Alten Orient – in Analogie zu vielen anderen Religionen – die Entstehung eines Wettergottkultes zur Folge. Die Bedeutung des jeweils verehrten Wettergottes war dabei jedoch stets von den geografischen und klimatischen Gegebenheiten abhängig.
In meinem Dissertationsvorhaben werde ich die Ikonographie der Wettergötter des Alten Orients nicht nur in den lokalen Panthea untersuchen, sondern auch deren Stellung und Bedeutung in verschiedenen Reichspanthea betrachten. Für die einzelnen Regionen möchte ich die jeweiligen Darstellungskonventionen und Charakteristika erforschen. Die Weiterführung oder Übernahme von künstlerischen Konventionen und den damit verbundenen Traditionen im Kultbereich führt schließlich zwangsläufig dazu, dass eine Tradition sich entweder über Jahrhunderte durchsetzen und vielleicht sogar geografisch ausbreiten kann, oder infolge neuer Einflüsse immer mehr zurückgedrängt und letztendlich vergessen wird. Das bedeutet, dass die Überlieferungen innerhalb einer Kultur, darunter auch die damit verbundene Manifestation von Göttern in Bildquellen, eine wichtige Rolle bei der Identifikation einer Gesellschaft mit der eigenen Vergangenheit spielen. Ein Wandel der Darstellungskonventionen kann beispielsweise auf politische Veränderungen oder wachsenden Einfluss einer anderen sozialen Gruppe zurückgeführt werden. Doch können auch unterschiedliche Kulte mit deren Darstellungskonventionen nebeneinander existieren.
Der Schwerpunkt meiner Arbeit wird auf den Regionen des Regenfeldbaus liegen, in denen die Wettergötter eine herausragende Stellung einnahmen. Diese umfassen die Gebiete Anatoliens, Nordsyriens, der Nordlevante und Obermesopotamiens.